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~ Autorenblog von Fabian Dombrowski ~

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Mittwoch, 15. März 2017

Warum und Wie recherchieren in vier Schritten




Recherche ist so eine Sache für sich. Gerade seit ich Herausgeber der „Steampunk Akten“ Reihe geworden bin, wurde dieses Thema wieder öfter an mich rangetragen - oft als Problem oder Kritik formuliert. Das war nicht unerwartet nach Erfahrungen mit der „Verschlusssache“ und es spiegeln sich da ja grundsätzliche Positionen der LiteratInnen. Es gibt AutorInnen, die darauf schwören, und AutorInnen, denen gilt sie als Hindernis ihrer Kreativität. Ich gebe zu, dass es mir schwerfällt, in dieser Hinsicht neutral zu bleiben ... okay, ich versuch das eigentlich auch gar nicht. Die Idee, etwas Vernünftiges zu schreiben, ohne sich damit auseinanderzusetzen, scheint mir mehr als absurd. Da existiert kein Unterschied zwischen den phantastischen und realistischen Genres. Soweit ist das (hoffentlich) nicht kontrovers.

Hitziger werden die Gemüter schon, wenn man über das notwendige Ausmaß der Recherche ins Gespräch kommt. Reichen Doktor Google und Professor Wikipedia? Können Dokumentationen auf YouTube einige Lücken puffern? Oder führt der Weg letztlich doch in die Fachabteilungen der Bibliotheken? Manchem ist das deutlich zu viel Arbeit - für „nur“ eine Kurzgeschichte oder „nur“ einen Unterhaltungsroman. Es ginge ja in erster Linie stets um die Geschichte! Das stimmt. Leider nützt der beste Plot nichts, wenn sein Setting für die LeserInnen nicht als lebendiges Abbild einer wie auch immer gearteten Welt erfahrbar wird. Hier bemerkt man schlechte Recherche sofort. Es ist meistens dieses untergründige Gefühl nur SchauspielerInnen auf einer Bühne zu beobachten, die gar nicht so recht zur Erzählung und ihren ProtagonistInnen passen will. Gerade bei historischen Stoffen oder Rückgriff auf einen Alltag, den das Publikum selbst erlebt oder erlebt hat.

Es ist natürlich einfach zu jammern, ist man üblicherweise in einem Berufsfeld unterwegs, wo Recherche mindestens ein Drittel des ganzen Jobs ausmacht. Schnell ist vergessen, wie monströs, undurchdringlich und überwältigend die Aufgabe im ersten Semester Geschichtswissenschaften war. Es war lähmend. Und interessanterweise habe ich bemerkt, dass die Erstsemester in meinen Einführungskursen, ihren Widerwillen zu einer wirklich intensiven Recherche oft sehr ähnlich wie die AutorInnen äußern. Und klar: Recherche kann langweilig und schwierig sein. Aber keine Panik! Das bekommen wir in den Griff - ist ja irgendwie mein Brotjob, das zu erklären.

Im Folgenden wird dieser Blogbeitrag einer sehr idealtypischen Recherche folgen, also vorstellen, wie es laufen könnte. Es eine Variante von vielen, aber eine die mir sowohl in Wissenschaft als auch Literatur bisher gute Dienste erwiesen hat. Ich werde mich auf wesentliche Basics beschränken und vor allem Teile betonen, wo ich den Eindruck habe, dass sie in den meisten Rechercheprozessen eine untergeordnete oder gar keine Rolle spielen. Der besseren Verständlichkeit wegen führe ich es an einem historischen Thema aus, in dem ich mich auskenne: Die Einwanderung der Goten in Imperium Romanum. Zwar habe ich darüber bisher nur wissenschaftlich gearbeitet, aber warum sollte sich der Rechercheprozess unterscheiden? Der Unterschied liegt darin, was man mit dem Material anfängt. Jedoch keine Sorge: Gleichzeitig werde ich aber immer wieder auf Nützliches für die aktuelle Ausschreibung zu den „Steampunk Akten: Asien“ verweisen.


Der Essenstisch nach dem ersten Aufsatz zu den Goten.
Ein kleiner Teil des recherchierten Materials
  

Erster Schritt: Vorarbeiten

Am Anfang hat man natürlich ein Thema, eine Idee, irgendeine grobe Ahnung, in welche Richtung es gehen soll. Vielleicht hat man schon eine Inspiration oder es gibt da diese unglaublich coole Ausschreibung bei einem supersympathischen Kleinverlag, zu der man unbedingt etwas beitragen möchte. Es ist völlig egal, wie genau dieser erste Anstoßpunkt aussieht, aber er muss existieren. Er wird unser Absprungbrett für die Recherche sein. Ich kann mir allerdings schwer vorstellen, dass es AutorInnen hieran mangelt.

a) Ließ dich ein!

Google und Wikipedia stehen nicht im Ruf, die beste Wahl als Recherchemittel zu sein. Das heißt aber nicht, dass sie keinen Nutzen haben! Am Anfang empfiehlt es sich, einfach mal ein grobes Gefühl für das Thema zu bekommen. Dafür ist es überhaupt nicht verwerflich sich durch oberflächliche Darstellungen zu graben und ab und an finden sich hier gleichfalls schon einige exakter informierte Seiten. Ihre Zahl hat in den letzten Jahren sicher zugenommen, aber es fällt gerade im Zeitalter von Fake News und Alternativen Fakten immer schwerer, sie von dem mannigfaltigen Bullshit da draußen (auch außerhalb der digitalen Welt) zu differenzieren. Empfehlenswert ist, ein Dokument zu führen, um Links und Notizen abzulegen.

b) Zerlege dein Thema!

Als Nächstes ist zu überlegen, was zentrale Teilbereiche des Themas sein können. Aus welchen Einzelbausteinen setzt es sich zusammen. Von welchen Dingen verstehe ich schon was? Welche sind mir absolut mysteriös? Um das an meinem Thema kurz zu demonstrieren. Um mir die Einwanderung der Goten zu erklären, muss ich mich mit dem römischen Imperium beschäftigen, seiner Politik, seinem Militär, seinen Kulturen, und gleichzeitig mit allem, was wir über die Goten wissen. Davon ausgehen müsste ich mir natürlich auch Gedanken um die Beschaffenheit der Grenze machen, ihrer Geographie, der Struktur römischer Grenzposten, den nahen Siedlungen. Ich könnte schauen, welche Kontakte zwischen Römern und Goten es hier vorher schon gegeben hat, hat es etwas mit Handel zu tun, mit Krieg oder Religion? Und immer ganz besonders relevant: Welche Personen waren eigentlich an dem Ereignis beteiligt!? Das sind viele Fragen, und man weiß gar nicht, ob sie einen überhaupt weiterbringen. Zu diesem Zeitpunkt geht es aber noch gar nicht darum, Antworten zu finden, sondern nur eine Liste von Fragen aufzustellen, die später wichtig werden könnten.

c) Ordne dein Thema ein!

Manchmal ist es schwer, zu einem sehr speziellen Thema etwas zu finden. Das liegt meistens daran, dass bisherige AutorInnen darin nur eine Episode in einer größeren Geschichte gesehen haben. Es kann leicht der Eindruck entstehen, niemand hat sich je die Mühe gemacht, den Grenzübergang beim Fort Durostorum (heute Silistra in Bulgarien), wo die Goten 376 die Donau überquerten genauer zu beschreiben. Das stimmt nicht. In diversen Texten gibt es kurze Verweise oder sogar ganze Kapitel. Sie tragen allerdings Titel wie „Geschichte der Goten“ oder „Rome`s Gothic Wars“. Es ist offensichtlich in diesen Büchern danach zu suchen, dennoch sollte man die Augen nach weiteren Großkomplexen offen halten, in denen man Material finden könnte. Klassisch wäre sich in der Völkerwanderungsforschung umzuschauen oder in der Literatur zu den sogenannten „Germanen“. Manche würden behaupten, diese Migrationen hätten den Untergang Roms herbeigeführt. Ich halte von letzterer Position nicht viel - doch das heißt nicht, dass es schadet, sich in Werken dazu umzutun. Wie aber auch beim vorigen Punkt gilt aber, es geht noch überhaupt nicht darum Werke zu finden, sondern abzuwägen, welche Themen in Verbindung damit stehen.

d) Überlege dir zentrale Stichwörter

An diesem Punkt sollte sich eine Art von Spinnennetz aus wesentlichen Ideen, Überbegriffe und Unterthemen gebildet haben. Bestimmte Begriffe sind einem dabei aufgefallen, vielleicht sogar ständig untergekommen: Personennamen, Ortsbezeichnungen, Fachbegriffe, Fremdwörter, Völkernamen, Phrasen, Ereignisse. Diese Stichwörter sind das Fundament jeder guten Recherche. Umso sorgfältiger sie identifiziert und zusammengestellt wurden, umso problemloser wird die eigentliche Literatursuche erfolgen. Wobei es jedoch unwahrscheinlich ist, dass man an dieser Stelle einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben könnte. Genauso kann es aber passieren, dass sich Begriffe als sinnlos erweisen. Dennoch braucht es diese Zusammenstellung.

Zweiter Schritt: Bibliographien

Um nun fortzufahren, ist erstmal gut zu wissen, was eine Bibliographie ist. Jedoch werden wir dabei nicht ganz zum Urschleim ihrer Entstehung zurückgehen. Dafür gibt es dann tatsächlich Wikipedia. Es genügt, dass Bibliographien heutzutage Datenbanken sind, in denen alle Titel verzeichnet werden, die zu einem speziellen Feld gehören. Wer sich schon ein wenig mit Literaturrecherche beschäftigt hat, mögen jetzt Bibliothekskataloge einfallen. Das ist explizit nicht gemeint! Man kann gar nicht genug betonen, dass Bibliothekskataloge und Bibliographien zwei unterschiedliche Dinge sind. Bibliographien sind stets der erste Anlaufpunkt - erst danach geht es an den Bibliothekskatalog (oder zum Buchhändler). Warum nicht der Griff zu den Ressourcen der Bibliotheken? Deren Kataloge sind oft durch die Vielfältigkeit der Fachbereiche, die eine solche Einrichtung abdecken muss, nur sehr oberflächlich. Man findet Stichwörter meist nur, wenn sie im Titel stehen; alles andere ist oft mehr Glück. Das hat auch nichts mit minderwertiger Arbeit zu tun, sondern damit, dass dort pragmatisch vorgegangen wird. Eine Bibliographie wird einem dahingegen oft auch auf ein Buch aufmerksam machen, obwohl das gesuchte Thema darin nur in einem Kapitel abgehandelt wird.

Wie geht man nun mit einer Bibliographie um? Im Grunde funktioniert es fast wie jede andere Suchmaschine - also z.B. Google. Es gibt ein Fenster, in dem man die Stichwörter, die man sich im ersten Schritt überlegt hat, in jeder erdenklichen Kombination eingibt. Dann sollte die Bibliographie zu diesen Suchbegriffen passende Literatur anzeigen. Viele Bibliographien haben erweiterte Suchfunktionen, wo man z.B. nach einem einzelnen Autor suchen kann (besonders nützlich, wenn bereits bekannt ist, dass diese Person viel in dem Feld geschrieben hat). Das Beste ist, sich erstmal eine Weile mit der jeweiligen Bibliographie auseinanderzusetzen, wenn man sie zum ersten Mal benutzt - oder länger nicht mehr auf sie zugegriffen hast.

Eine wichtige Entscheidung bei der Arbeit, die relativ früh getroffen werden sollte, ist, welche Bibliographien für ein Thema am brauchbarsten sein werden. Es gibt sowohl themen- als auch epochenspezifische Datenbanken. Und manchmal mag man zu schnell einen Mangel an Forschungsliteratur für ein Thema diagnostizieren, obwohl man einfach nur noch die richtige gewählt hat. Für die Goten kamen da üblichen Verdächtigen der Mittelalterforschung in Frage: das OPAC der Regesta Imperii, Oldenbourgs Historische Bibliographie Online, die diversen Hilfsmittel die BREPOLIS den MediaevistInnen von heute zur Verfügung stellt, sowie l’année philologique und die IBZ (International Bibliographie der Zeitschriftenliteratur). Wer die Links anklickt, wird feststellen, dass einige Angebote kostepppflichtig sind bzw. in diesem Fall alle bis auf die Regesta Imperii und Oldenbourg. Universitäten und andere akademische Einrichtungen organisieren ihren Angehörigen oft über Lizenzrechte Zugang, daher ein guter Vorteil. Die Kosten wären als Privatperson nicht zu decken. Das ist schade - gerade zum Beispiel in der IBZ findet sich immer was. Jedoch kommt man mit den kostenlosen Alternativen in der Regel durchaus zu Recht. Eine umfassende Liste von Bibliographien (mit und ohne Gebühren) hat übrigens die Uni Regensburg zusammengestellt, hier einsehbar.

Empfehlungen für die „Steampunk Akte: Asien“ könnten da sein die Korean Bibliography, die China Bibliography und andere, aber auch die EVIFA oder wieder besonders empfohlen Oldenbourgs Historische Bibliographie Online. Zusammen mit den Literaturangaben unter diversen Wikipedia-Artikeln sollte sich schon ein grobes Bild der wichtigen Titel ergeben. [Falls noch jemand Empfehlungen hat, nehme ich sie gerne auf]

Dritter Schritt: Ordnen und Auspolstern

Im Idealfall hat man nun eine Liste mehrere Bücher und Aufsätze. Nun ist meiner Erfahrung nach keine Recherche eine gute Recherche, die einen nicht mindestens zwei, drei mal zu ausführlichen Besuchen der Bibliothek getrieben haben. Das ist für die eine oder den Anderen sicher eine schwierige Angelegenheit. Wer in einer Groß- oder Universitätsstadt lebt, der hat eine ordentliche Bibliothek vor Ort. Ich könnte mich jetzt elitistisch auf den Standpunkt stellen: Pech gehabt. Aber das ist ja keine Lösung. Leider kann ich nur auf die marginal bessere Option von Portalen wie JSTOR verweisen, die weit entfernt von preiswert sind. Ich muss wohl zugeben in der Großstadt aufgewachsen zu sein und nie in der Notwendigkeit stand, ohne ihre Vorzüge auszukommen. Daher musste ich auch nie ein Werk in den Buchladen bestellen und spontan entscheiden, ob ich es kaufe oder nicht. Ich würde auch nie empfehlen, alles anzuschaffen, was auf der Rechercheliste landet - mir zumindest fehlt das Einkommen dafür, so eine Heimbibliothek zuzulegen (nicht das ich es an Versuchen mangeln lassen würde).

Bevor man irgendwas erworbenes oder geliehenes Heim nimmt, sollte man es sich erstmal genau anschauen. Oft erweist sich erst an der Stelle, ob ein Buch wirklich hilfreich sein wird oder nicht. Ist ein Kapitel für meine Recherche überhaupt vorhanden? Setzt das Buch einen Fokus, aus dem ich was gewinnen kann? All das kann in der Bibliothek entschieden werden. Meistens wird man auch aus den Einleitungstexten und Quellenverzeichnissen der Fachwerke schnell feststellen, dass es für viele Themen so zwei bis drei zentrale Autoren gibt, die einem als grobe Orientierung durch möglicherweise unbekannte intellektuelle Territorien bringen. Für die Goten waren das einerseits Walter Goffart, Michael Kulikowski und Arne Søby Christensen, sowie Herwig Wolfram und Walter Pohl auf der anderen Seite. Der tatsächliche physische Besuch in der Bibliotheken hat jedoch auch andere Vorteile, außer sich über einen gesammelten Literaturbestand in konzentrierter Atmosphäre hermachen zu können und die vorher recherchierte Liste auszuwerten. Es ist das sogenannte Schneeballprinzip. Es mag ein banaler Fakt sein, aber Bibliothek sind sortiert. Das heißt neben einem Buch zur Geschichte der Goten stehen vermutlich weitere, derer ich mir vorher nicht bewusst war. Die Menge der verfügbaren Informationen vervielfältigt sich damit schlagartig. Oft gelingt erst hier der vollständige Überblick über ein Feld zu gewinnen - gerade durch das Durchsehen der Anfänge (oder der betreffenden Kapitel) einige essentieller Bücher in Kombination mit dem Schneeballprinzip.

Vierter Schritt: Lesen, lesen, lesen und vor die Tür gehen

Im besten Fall hat man nun einen guten Haufen Literatur beisammen. Muss man das alles lesen? Nein. Wenn in einem dieser Bücher nur ein Kapitel nützlich ist, liest man eben nur das, große Überblickswerke am ehesten überfliegen und an den interessanten und wichtigen Stellen genauer werden, das Wort der Stunde ist: Selektiv lesen. Es wäre unglaublich gut, wenn einem das Leben die Zeit gäbe, wirklich jede Seite eines guten oder tauglichen Werkes zu verschlingen. Manche sind ja tatsächlich hervorragend geschrieben und ein Genuss, der es mit jedem Roman aufnehmen kann. Es gibt durchaus HistorikerInnen, die das drauf haben. Aber manchmal spricht ja nichts dagegen, wenn sich Freizeit- und Berufslektüre überschneiden (ich würde die Recherche für das literarische Schreiben auf jedem Fall Letzterem zuschlagen). Trotz der Masse oder vielleicht auch teilweisen schweren Zugänglichkeit sollte man sich nicht abschrecken lassen. Um die intensive Beschäftigung mit der Literatur wird man jedenfalls nicht rumkommen. Es gilt sich mit ihr hin- und auseinanderzusetzen.

Das ist zumindest der Teil der Recherche, der sich daheim erledigen lässt. Wie ich aber diese Woche schon an anderer Stelle darstellt, ist noch niemand ein guter Schriftsteller geworden, der nicht am Leben teilnimmt. Das fängt ja im Grunde bei der Literatur an. Darüber reden, was man da so gelesen hat, kann den Mehrwert der Lektüre noch wesentlich erhöhen. Himmel, die wichtigsten Erkenntnisse hatte ich nie beim Lesen, sondern meist bei mit Wein und Schnaps angereicherten Diskussionen mit Freunden über diese Texte nach Feierabend.  Doch das gilt auch weit über diese Gespräche hinaus: In unserer Komfort Zone können wir einfach nicht bleiben - da wird der eigenen Kreativität immer etwas mangeln. Wir müssen raus. Den Arsch hochbekommen. Und das ist genauso Teil der Recherche. Wer mehr dazu wissen will, folge mir gleich zum nächste (bzw. letzten Artikel hier).

~ Fabian, 15. März, 6:30

Ein Blick in mein Recherche-Notizbuch

Kommentare:

  1. Super Artikel! Gerade die ersten Teile hätte ich beim Erklären etwas vernachlässigt.

    Ich bin als Meisterin des Prokrastinierens in Phase 4 stecken geblieben... Seit fürchterlich langer Zeit. Meine Battle-Partner für die Recherche haben weniger zu tun oder brechen ihr Vorhaben ab :-(

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    1. Ja die ersten Teile halte ich allerdings für jene, die einfach unglaublich zu kurz kommen. Es ist ja im Grunde nicht schwer, nur Anfangs etwas mühselig sich einzufuchsen. Es ist einfach sehr schade, dass das so vernachlässigt wird. Viele halten einem dann auch als "Argument" entgegen, dass "sacrificing facts for drama" der zu bevorzugende Weg ist.

      Was macht man denn bei einem Recherche-Battle? Arbeite ich zu sehr Solo, um das zu verstehen?

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  2. Wenn ich eine produktive Zeit habe, dann arbeite ich an mehreren Projekten gleichzeitig (2-3 in den Phasen Plotten, Schreiben und Recherchieren).
    Und von früher bin ich sehr lange Recherche-Sessions gewöhnt. Beides kombiniert führt leider dazu, dass ich mich viel zu selten an meine Bücher setze. Wenn, dann vergrabe ich mich direkt mehrere Stunden, und wenn ich nicht mehrere Stunden Zeit habe, schlage ich die Bücher irgendwie nicht auf.

    Daher hatte ich mir ursprünglich historisch arbeitende Zirkler gesucht, mit denen ich dann Recherchebattle gestartet habe. Leider haben die nicht so viel zu lesen und sind obendrein produktiver, jetzt stehe ich wieder alleine da.

    Ich muss mir einfach für die Zukunft viele kleine Recherche-Sitzungen angewöhnen (einfach, haha...), jeden Tag ein halbes Stündchen oder so... (Vielleicht auch eine Stunde, was eben passt, bin ja auch 10 Stunden außer Haus zum Arbeiten.)

    Oder möchtest Du Dich als neuer Battle-Partner anbieten?

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    1. Ich bezweifle, dass ich als Battle-Parnter in Frage komme. Es kann bei mir eben auch einfach vorkommen, dass ich 3 Monate am Stück keine Zeit fürs Schreiben erübrigen kann und nur in der Uni zu tun haben (ich bin auch nicht der Meinung, ein Schriftsteller muss jeden Tag schreiben - manchmal muss das Hirn eben auch in eine komplett andere Richtung um später mit neuen Anstößen und Input zurückzukehren). So eine starke asychronität würde ja auch kein anstädiges Duell ermöglichen. Aber ich verstehe daher auch, was du meinst mit den vielen Projekten. Ich gewöhne mir die Gleichzeitigkeit mittlerweile argh ab oder koordiniere die Arbeitstage so, dass ich wenn ich viel Zeit habe in einem Zeitfenster eben nur an einem einzigen Projekt arbeite. Das geht auch, weil ich nicht so sehr in diese Arbeitsphasen unterscheiden. Exaktes Plotten übernehme ich eh im Kopf mit marginalen Notizen, das geht überall: Unterwegs, Daheim, auf Arbeit. Und wenn ich Schreiben will, dann schreibe ich, wenn es Bockmist ist, kann ich es immer noch redigierend und an späteren Rechercheergebnissen korrigieren. Bzw. weiß man erst dann manchmal, was man recherchieren muss. Sich hinzusetzen und eine konkrete Recherchephase zu haben, hat bei mir noch nie funktioniert. Ich mache das halt, wenn es nötig ist oder ich einfach grad eine spannende Frage habe, die ich beantworten will. Okay, ich gebe zu, wenn ich für Wissenschaftliches recherchiere ist der workflow anders. Andrerseits ergibt sich daraus auch mein Arbeitsrythmus. Bücher und Schreibmaterialien kann ich überall mit hinnehmen, besonders da ich 80% meiner kompletten Arbeit handschfritlich mache, sowohl Recherchenotizen als auch erste Rohfassungen. Daher sind auch alle meine Unterwegstaschen dafür ausgewählt meine Notizbücher und sonstiges perfekt aufzunehmen. Es arbeitet sich außerdem gar nicht so schlecht in Bahnen, Cafés, Kneipen, Hörsälen und in Parks gleich neben den Büroblocks. Also das ist zumindest meine Philosophie geworden, um einen vollen Terminplan und das Schreiben ordentlich unter einen Hut zu bringen. Es geht erstaunlich gut - und fühlt sich auch nach dem Leben eines Autors an ;-)

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